Der Exkommunikationsberater
   
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Sehr geehrte Frau Hingis

Es ist wie mit dem Glas Wein zu viel vor dem Autofahren: Man erwartet keine Kontrolle und rechnet nicht mit einem Unfall. Sie werden als Spitzensportlerin fürstlich dafür entschädigt, dass Sie vorverurteilt sind, sobald eine Dopingprobe positiv ist. Die meisten Sportler, die bisher mit einer A- und B-Probe überführt worden sind, haben allerdings irgendwann reuig gestanden, ausser Floyd Landis und Tyler Hamilton, doch ihnen nimmt das nicht einmal mehr Andy Rhys ab. Das Risiko, als Spitzentennisspielerin auf Drogen getestet zu werden, scheint allerdings geringer zu sein, als in eine Verkehrskontrolle zu gelangen. Und auch das geschieht nicht alle Tage.

Sie gehen vom Prinzip "Tränen lügen nicht " aus, das Michael Holm 1974 entwickelt hat. Denn, wer weint, nimmt kein Kokain. Wären die Tränen aber wirklich nötig gewesen? Mats Wilander und Karel Novacek wurden 1995 fürs Koksen mit einer Sperre von drei Monaten belegt, das entspricht etwa der Dauer eines Schwangerschaftsurlaubs.


 

Ihre Methode ist allerdings sehr interessant. Sie haben sich exkommuniziert, solange der Tennisverband keinen Dopingfall Hingis kennt. Nach Ihrem Rücktritt besteht kein Grund mehr, daraus einen Fall machen. So bleiben Sie dopingfrei!

Doch die Frage ist: Wer glaubt Ihnen? Wenn Sie tatsächlich gekokst haben, können Sie das ja zugeben, das geschieht laut einer Untersuchung der Toilettenspülungen in jedem nationalen Parlament. A propos Spülungen: Sie verfügen bekanntlich über einen guten Zugang zu Spülmaschinen, die alle weisses Pulver benötigen.

Freundliche Grüsse
Ihr Exkommunikationsberater

 

 

 

© Bernhard Schneider 4. November 2007 by